Struktur

Wald bei Beerenbusch

Die forstliche Umweltkontrolle ist Bestandteil des International Cooperative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests (ICP-Forests), welches im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention (UN-ECE) agiert. Die Daten der Forstlichen Umweltkontrolle gehen in Auswertungen auf Bundes- und Europäischer-Ebene ein.


Intensitäts-Ebene Level I
Stichprobenraster
Level II
gezielt ausgewählte
Forstökosystemausschnitte
wesentliche Indikatoren Waldschadenserhebung (WSE)
  • Kronenzustand
Bodenzustandserhebung (BZE)
  • Bodenchemischer Zustand
  • Nadel-/Blattanalyse
Landes-/ Bundeswaldinventur
  • Holzvorrat
  • Waldstruktur
  • Witterung
  • Immission
  • Deposition
  • Bodenzustand
  • Chemie der Bodenlösung
  • Kronenzustand
  • Streufall
  • Biomarker Baumvitalität
  • Forstschutzkontrolle
  • Nadel-/Blattanalyse
  • Waldwachstum
  • Bodenvegetation
  • Genetik der Bäume
Aufnahmeturnus WSE jährlich
BZE 10–20 Jahre
LWI 5–10 Jahre
In Abhängigkeit vom untersuchten Parameter periodisch bis kontinuierlich
Zielsetzung
  • Aktuelle Zustandsbeschreibung
  • Lokalisierung von Schadschwerpunkten
  • Erfassung von Entwicklungstendenzen
  • Erkennen von Ursache-Wirkungsbeziehungen
  • Identifizierung von Schlüsselprozessen und Veränderungstendenzen


Mit Inventuren soll ein regelmäßiger Überblick zur räumlichen und zeitlichen Variation des Waldzustandes in Relation zu anthropogenen und natürlichen Stressfaktoren (Luftverunreinigungen, Witterungsfaktoren) gewonnen werden. Dazu ist ein systematisches Gitternetz von Stichprobenpunkten über die Wälder Eu-ropas gespannt, an denen in regelmäßigen zeitlichen Abständen der Gesundheitszustand der Waldbäume anhand des Kronenzustandes (Waldzustandserhebung, WZE), der Zustand der Waldböden, gekoppelt mit einer Waldernährungsinventur (BZE) sowie die Waldstruktur hinsichtlich Baumarten, Alter, Holzvorräten und anderen Parametern (Landes- bzw. Bundeswaldinventur) beobachtet, bzw. gemessen werden. Der zeitliche Rhythmus der Wiederholungsaufnahmen richtet sich nach der erwarteten Geschwindigkeit der Veränderung, so stehen jährlichen Aufnahmen des Kronenzustandes (WZE), 5-10jährigen Wiederholungsaufnahmen der Waldstrukturen (BWI) und 10-20jährigen Perioden der Bodenzustandserhebungen (BZE) gegenüber. Die räumliche Auflösung richtet sich nach der erforderlichen Genauigkeit der statistischen Aussage. Für Europa ist ein Grundnetz von 16 x 16 km aller Inventuren ausreichend, während in der Bundesrepublik für die BZE das Grundnetz auf 8 x 8 km verdichtet wird. Die BWI arbeitet im Raster von 4 x 4 km, das auf Ebene der Bundesländer (LWI) weiter verdichtet wird.

Mit der intensiven Beobachtung einer Reihe ausgewählter Level II – Dauerbeobachtungsflächen wichtiger Forstökosysteme sollen die Beziehungen zwischen Waldzustand und Umweltfaktoren besser verstanden und ihre Entwicklung in Europa untersucht werden. Gemeinsam mit Ergebnissen der Inventuren können damit Einschätzungen der Belastung und Belastbarkeit der Waldökosysteme sicherer und schneller erfolgen, um Handlungsspielräume der Forstwirtschaft zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung zu erkennen und Anforderungen zur Einhaltung von tolerierbaren Umweltbelastungen und zur Abschätzung notwendiger Anpassungen an Klimaänderungen zu belegen.

Dabei steht nicht die Flächen-Repräsentativität im Vordergrund des Interesses, son-dern die Funktionalität des jeweiligen für die Regionen und Europa wichtigen Öko-systemtyps. Die intensiven Beobachtungen schließen die stofflichen und energeti-schen Einflussfaktoren in die Untersuchungen ein und haben eine entsprechend hohe zeitliche Auflösung von in der Regel Wochen bis Stunden. Die Zahl der Beobachtungsflächen ist auf Grund des Untersuchungsumfangs begrenzt, neben der Auswahl von für die Region wesentlichen Forstökosystemen spielt auch der in der Region vorhandene klimatische Gradient sowie differenzierte Bodenausstattung eine Rolle.

Die Europäische Kommission hat die Entwicklung der Forstlichen Umweltkontrolle im Rahmen verschiedener Programme, zuletzt mit dem Projekt Further Development and Implementation of an EU-level Forest Monitoring System (FutMon) unter Life+ gefördert. Mit dem Projekt FutMon konnte das europäische Waldmonitoring wie in 24 beteiligten europäischen Staaten auch in Brandenburg qualifiziert werden.